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Das Mittelrheintal mit seinen Burgen, Schlössern und Klöstern ist eines der schönsten Kulturlandschaften Deutschlands, gewürdigt von der UNESCO als ein Welterbe der Menschheit. Leider ist die Schönheit nur optischer Natur.

Akustisch erleben wir mit vier Bahnlinien eine Katastrophe. Mehr als 500 Züge rattern täglich mit einem Lärmpegel bis zu 108 Dezibel durch das Rheintal und mitten durch unsere Städte und Gemeinden. Der Schienenverkehr ist nach dem Straßen- und Flugverkehr der größte Lärmverursacher in Deutschland und der einzige Wirtschaftszweig, der keinerlei Beschränkungen in Umweltemissionen unterliegt. Als Staat im Staate erlaubt sie sich ohne Rücksicht alles, was in anderen Wirtschaftsbereichen schon seit Jahrzehnten nicht mehr zulässig ist und der Lärmterror soll nach den Plänen der Politik und Wirtschaft um bis zu 60% zunehmen.

Die Einwohnerzahlen der Orte schrumpfen rapide. Viele Häuser und Wohnungen an der Bahnlinie stehen bereits leer oder lassen sich nur unter großen finanziellen Einbußen verkaufen oder vermieten.

Auch die weiße Industrie, die Gastronomie, ist im erheblichen Maße von den Bahnlärm betroffen. Viele Gäste, die hier ein Wochenende verbracht haben, sagen zwar, dass Rheintal ist landschaftlich sehr schön, aber in der Nacht haben wir, statt zu schlafen, die Züge gezählt und reisen ab. Überhaupt können Außenstehende nicht verstehen, dass Menschen mit diesem Lärm leben können.

Alle Studien über Lärmeinwirkungen auf den Menschen kommen zu dem Schluß, dass Lärm krank macht und das schon bei weit geringeren Lärmpegeln. Nach neuesten Erkenntnissen ist sogar Krebs möglich. Der betroffene Mensch kann das nicht beeinflussen. Der Körper kennt keine Gewöhnung an Lärm. Das Ohr schläft nie.

Lärmstudie Prof. Greiser [58 KB]


So kann es nicht weitergehen!

Die einzige vernünftige Lösung des Lärmproblems am Mittelrhein ist die Verlagerung des Güterverkehrs aus dem Rheintal heraus.

Erste Überlegungen sehen eine solche Strecke entlang der A 61 im Hunsrück.

Eine neue Trasse kann über die Einführung eines Trassenpreissystems, wer mit alten Waggons fährt muss mehr bezahlen als mit neuen Waggons, finanziert werden.

Da der Neubau einer Trasse viele Jahre in Anspruch nimmt, brauchen wir ein Lärmschutzprogramm in mehreren Stufen:

Sofort 1 Jahr:

Verbot der Dieselloks auf der E-Strecke
Reduzierung der Geschwindigkeit auf ca 60 km/h
Runder Tisch mit allen Beteiligten (Bahn, Bürger,Politiker) zur Absprache der Maßnahmen

Kurzfristig 1- 5 Jahre:

Gesetzliche Grenzwerte für Lärm an bestehenden Schienenwegen, die auf der Zeitschiene
verschärft werden
Ausweitung der Lärmschutzwände, ggf. technische Verbesserungen
Limitierung in der Anzahl der Züge in 24 Stunden
Einschränkungen in den Nachtstunden, an Sonn- und Feiertagen
Trassenpreissystem, alte laute Züge bezahlen mehr
Verbot von besonders lauter Nachtarbeit; Lichtsignale statt akutische Signale in Baustellen
Verlagerung von Haltepunkten aus den Ortschaften heraus
Umleitung von Güterverkehr auf die ICE Neubaustrecke

Mittelfristig 5 -10 Jahre:

Massive Neuanschaffung von lärmarmen Waggons
Einbau der Kunststoffbremsen
Einbau von Dämpfungsmaterial in das Gleisbett

Diese Forderungen sind realistisch und umsetzbar. Namhafte Verkehrsexperten sehen das auch so. Lassen wir uns von den Politikern und den Wirtschaftsbossen nichts vormachen.
Es ist unsere Heimat, unsere Gesundheit und es sind unsere Sachwerte, die beeinträchtigt werden.